Ayurvedische Gewürze

Ingwer und Kurkuma

Es gibt niemanden, der nicht isst und trinkt, aber nur wenige, die den Geschmack zu schätzen wissen.” Konfuzius

Ayurvedische Gewürze zählen zu den Grundlagen für Ernährungsempfehlungen nach der Lehre des Ayurveda. Hierbei werden drei Typen unterschieden, die von verschiedenen Lebensenergien angetrieben werden – Vata, Pitta und Kapha.

Um diese Energien ins Gleichgewicht zu bringen, empfiehlt es sich, zunächst seinen persönlichen Typ zu bestimmen und sich dann an die empfohlenen Ernährungsarten und Lebensmittel zu halten. Die Wirkung von Gewürzen spielt dabei eine wichtige Rolle.

Folgende Beschreibungen dienen der Einleitung und Übersicht und ersetzen nicht den Besuch beim Arzt, Heilpraktiker und Ayurveda-Therapeuten.

Befinden sich alle Doshas in Balance, so ist man laut der ayurvedischen Medizin gesund. Du merkst beispielsweise, dass dein Dosha nicht in Balance ist oder zu kurz kommt, wenn du unter seelischen oder körperlichen Krankheiten leidest. Es ist deshalb gut, seine eigene Grundkonstitution (genannt Prakriti) zu kennen und dementsprechend zu leben.

Die Balance der Doshas bedeutet eine Konstellation der Doshas, die unserem angeborenen Naturell also unserem ganz persönlichem Typ entspricht. Wenn man beispielsweise mehr Pitta und Kapha als Vata in den Genen hat, dann fühlt man sich in dieser Konstellation am wohlsten. Es gibt verschiedene Arten die Doshas wieder zurück in die natürliche Beschaffenheit zu bringen, wie etwa gewisse Routineabläufe, Yogaübungen, Massagen, bestimmte Nahrungsmittel und eben auch Gewürze.

Die ayurvedische Ernährungs- und Gesundheitslehre arbeiten sehr viel mit Gewürzen und Kräutern. Besonders Gewürze garantieren Bekömmlichkeit und vollständige Aufspaltung der Nahrung.

Bitterstoffe aus bitteren Gewürzen (und Kräutern) regen die Speicheldrüsen und die Bauchspeicheldrüse an. Gerbstoffe aus herben Gewürzen (und Gemüsen) verhindern Fäulnis im Darm. Das verhindert Verdauungsbeschwerden im Darm.

Scharfes, Bitteres und Herbes (Zusammenziehendes) zusammen steuern den Stoffwechsel.

Einzelne Gewürze oder Gewürzmischungen können auf die im jeweiligen Fall dominierenden Doshas beruhigend und ausgleichend wirken. Deshalb ist es wichtig, die Geschmacksrichtungen der einzelnen Gewürze zu kennen. Nur so können sie gezielt bei der Ernährung eingesetzt werden.

Geschmacksrichtungen der Gewürze:

Scharfe Gewürze sind: Anis, Asafoetida, Cayenne, Chili, Curry, Gelbwurz (Kurkuma), Kardamom, Koriandersamen, Koriandergrün, Kreuzkümmel (Kumin), Kümmel, Lorbeer, Masala, Muskat, Nelken, Pfeffer, Piment, Safran, Thymian, Zimt.

Bittere Gewürze sind: Asafoetida, Gelbwurz (Kurkuma), Koriandersamen, Koriandergrün, Kreuzkümmel, Safran, Beifuss, Oregano, Rosmarin, Wacholder.

Herbe (Zusammenziehende) Gewürze sind: Galgant, Gelbwurz (Kurkuma), Steinsalz.

Salzige Gewürze sind: Steinsalz, Kochsalz, Meersalz, Gemüsesalz.

Sauere Gewürze sind: Tamarinde, Berberitzenbeeren, Granatapfelsamen, Hagebuttenschalen, Essig, Petersilie.

Süsse Gewürze sind: Anis, Kardamom, Muskat, Nelken, Palmzucker, Rohrzucker, Rosenpaprika, Safran, Sesam, Sonnenblumenkerne, Sternanis, Vanille, Wacholder, Zimt.

Ayurvedische Gewürze für den Vata-Typ

Der meist zart gebaute, zu Unruhe, Schlafstörungen und Untergewicht neigende Vata-Typ soll vor allem warme Speisen zu sich nehmen. Deshalb sind für ihn wärmende, kräftige und süsse ayurvedische Gewürze besonders empfehlenswert – doch auch Gewürze mit einer beruhigenden Wirkung sollten nicht vernachlässigt werden. Harmonisierender Sternanis und wärmender Zimt, die beide auch antibakteriell wirken, gehören zum Beispiel zu den perfekten Würzmitteln für Vata-Menschen. Auch Paprikagewürz wird ihnen empfohlen, genau wie durchblutungsfördernder, scharfer Ingwer, wärmender Kreuzkümmel und würziger Muskat.

So sollten Pitta-Typen ihre Speisen würzen

Der unternehmungslustige, zielstrebige Pitta-Typ soll laut ayurvedischen Empfehlungen sparsam mit Gewürzen umgehen. Erfrischende, kühle Kräuter wie Minze und Koriander sind für ihn das Richtige, genau wie die Gelbwurzel Kurkuma, die eine entgiftende, reinigende und antibakterielle Wirkung hat. Auch scharfer, verdauungsanregender Kreuzkümmel passt in kleinen Mengen sehr gut zu den Speisen des Pitta-Typs.

Die richtigen Gewürze für den Kapha-Typ

Der Kapha-Typ darf ayurvedische Gewürze so oft verwenden, wie er möchte. Er neigt zu Übergewicht und Trägheit und soll seine leichte, fettarme Kost vorrangig mit scharfen, bitteren und herben Gewürzen anreichern, um seinen Körper auf Trab zu halten. Scharfe Chilischoten, Pfeffer jeglicher Art und belebender Ingwer passen wunderbar zu ihm. Auch Kardamom und Zimt sind genau die richtigen Gewürze für den Kapha-Typ.

Buchempfehlungen:

  • Die Ayurveda-Apotheke: Einfache Hausmittel für kleine Beschwerden von Dr. Vinod Verma und Brigitte Russmann (Tolle Rezepte mit Ayurveda-Gewürzen für Alltagsbeschwerden)
  • Ayurveda heilt: Ernährung als Medizin von Kerstin Rosenberg und Tanuja Nasari
  • Selbstheilung mit Ayurveda: Das Standardwerk der indischen Heilkunde von Vasant Lad

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