Die Hintergründe des Ayurveda

“Die Gelehrten der Vedas betrachten Ayurveda als die tugendhafteste aller Wissenschaften. Sie ist gleichermassen nützlich für diese Existenz und füe die nächste.” Charaka Samhita 1.43


“In der Mitte des Körpers ist der makellose Lotus des Herzens, der die Wohnstätte des höchsten Wesens ist. Verborgen darin ist ein Raum frei von Furcht und Mangel. Meditiere darüber und erfahre dieses unvergängliche Glück.”
Mahanarayana Upanishad

Ayurveda beruht auf dem umfassenden Wissen der Veden, er ist die medizinische Seite der “vedischen Wissenschaft” oder “yogischen Wissenschaft”. Ayurveda ist der veda, also das Wissen, die Weisheit oder die spirituelle Wissenschaft des ayur, des Lebens oder der Langlebigkeit.

Ayurveda wurde von Yogis und Weisen entwickelt, um Langlebigkeit zu erlangen, um sich wiederum im Yoga weiterentwickeln zu können. Er ist daher ein Geschenk der Weisheit und des Mitgefühls dieser Weisen.

In allen klassischen Schriften des Ayurveda finden sich Kapitel über das System des Samkhya, die den notwendigen philosophischen und psychologischen Rahmen liefern, um die mentalen und spirituellen Aspekte des Ayurveda verstehen zu können. Samkhya ist die Philosophie, welche der klassischen Lehre des Yoga zugrunde liegt.

Samkhya nimmt 24 primäre kosmische Prinzipien (tattvas) an, um alle Vorgänge im Universum zu erklären. Hinzu kommt das reine Bewusstsein jenseits aller Manifestation.

Nach der Lehre des Samkhya existiert das Universum, um dem Bewusstsein Erfahrungen zu ermöglichen. Das Universum ist ausschliesslich ein beobachtbares Phänomen, denn er kann nicht um seiner selbst Willen existieren, sondern nur für denjenigen, der es wahrnimmt. Deswegen beruht die Welt auf Intelligenz und Verstand, funktioniert durch das Ego und den Geist und folgt einem bestimmten Muster organischer Gesetze sowie einer intelligenten Struktur. Das Bewusstsein selbst wird in manchen Quellen als das 25. Prinzip aufgeführt, transzendiert jedoch die 24 anderen und bildet deren Basis.

Das Bewusstsein wird Purusha genannt, “das innewohnende Wesen”, oder auch “Atman“, das innere oder höhere Selbst. Purusha ist nicht Teil der Schöpfung und setzt sich auch nicht aus Teilen der Materie zusammen, ist also weder grober noch subtiler noch geistiger Natur. Vielmehr ist Purusha die Bewusstseinsgrundlageder Schöpfung, welche in Reflektion seines Lichtes leuchtet.

Prakriti, die Urmaterie, ist grundsätzlich unempfindlich. Prakriti und ihre Manifestation existieren, um Purusha Erfahrungen zu ermöglichen, damit er die Herrschaft über sie erlangen kann und so zum Verständnis seiner wahren Natur gelangt. Sie ist wie eine Mutter, die selbstlos ihr Kind versorgt und ihm Herausforderungen liefert, um sein Wachstum zu ermöglichen.

Ein Ziel des Ayurveda ist auch, uns zur Erkenntnis dieses Bewusstseins (Purusha) zurück zu führen. Nach seinem Verständnis ist die Gesundheit Bestandteil des richtigen Handels, welches entsteht, wenn wir lernen, die Dinge so zu betrachten, wie sie sind und sie gemäss deren eigenen Potentialen einzusetzen wissen. Diese Erkenntnis des inneren Selbst ist die Basis der ayurvedischen Psychologie.

Buchempfehlungen:

  • Yoga und Ayurveda (Die uralte Kunst und Wissenschaft der spirituellen und psychosomatischen Integration) von David Frawley
  • Ayurvedische Psychologie (Wege zum Selbst und das Energieprinzip im Ayurveda) von Jean-Pierre Crittin
  • Yoga und Psychologie von Carsten Unger und Katrin Hofman-Unger

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