Yoga

Die Yogawissenschaft sagt euch nicht, was ihr tun oder was ihr lassen sollt, sie lehrt euch, wie ihr sein sollt“. Swami Rama

“Denn der Raum des Geistes, dort wo er seine Flügel öffnen kann, das ist die Stille.” Antoine de Saint-Exupéry

Das Wort Yoga stammt aus dem Sanskrit. Die Wurzel des Wortes ist „yuj“, was verbinden, vereinen, befestigen bedeutet. Das englische Wort „yoke“ ist damit verwandt. Der Begriff Yoga definiert somit das Endergebnis aller Praktiken, die von einem spirituell engagierten Aspiranten durchgeführt wurden, bis hin zur vollständigen Einheit mit dem universellen Geist. Solch eine Vereinigung kann von verschiedenen Menschen unterschiedlich definiert werden, je nach Herkunft, Lebensphilosophie und Weltverständnis.

Der Begriff Yoga als solcher definiert eher das Ziel als die Methode. Dies erklärt auch, warum so viele verschiedene Ansätze zu Yoga den Begriff in ihrer Methode tragen: Jnana-Yoga, Bhakti-Yoga, Karma-Yoga, Raja-Yoga, Laya-Yoga, Kundalini-Yoga, Hatha-Yoga, Tantra-Yoga etc.
Während das Ziel in den Yoga Sutras von Patanjali – dem grundlegenden Yoga-Text, geschrieben vor mehr als 2’000 Jahren – eindeutig beschrieben ist, berücksichtigt der Begriff in seiner heutigen Verwendung dies nur selten. Die Vertrautheit mit den acht Stufen oder Säulen des Yoga, so wie in den oben genannten Yoga Sutras beschrieben, ist notwendig, um das Yoga-System richtig zu verstehen.

Die meisten Yoga-Kurse tendieren dazu, sich auf die physischen Aspekte des Yoga zu konzentrieren, die nur einen Teil des Yoga-Systems ausmachen, so wie es von Patanjali in den Yoga Sutras systematisiert wurde. Dadurch wurde Yoga zunehmend als eine Form von Übungen angesehen, um die Fitness zu verbessern oder das Gewicht zu reduzieren. Einige andere oft erwähnte Vorteile schliessen Entspannung, verbessertes Atmen und verminderten Stress ein.

Yoga, im korrekten Sinne des Wortes als vollständige Einheit mit dem Universum, kann jedoch nicht durch eine beliebige Anzahl von Asanas oder von Atemübungen oder von beidem erreicht werden, unabhängig davon, wie sehr diese unseren Körper von den unzähligen Spannungen und energetischen Blockaden befreien. Zu jeder dieser Spannungen existieren auch subtilere Spannungen im Unbewussten Geist, die diese relativ oberflächlichen Spannungen im physischen Körper verursacht haben, und diese müssen mit Methoden angesprochen werden, die auf dieser Ebene funktionieren. Innerer Dialog, Zurückziehen der Sinne, Konzentration und Yoga-Nidra-Praktiken werden angewandt, um die Ruhe und die Klarheit des Geistes zu vertiefen.

Schliesslich kann jedoch nur regelmässige Meditationspraxis die Spannungen auf allen Ebenen vollständig lösen (körperlich, emotional, mental und spirituell). Alles andere bereits Erwähnte stellt nur Vorbereitung dar und die Wirkung der oben genannten Methoden ist nur vorübergehend. Nur eine richtige und regelmässige Meditation kann in unserem Leben dauerhafte positive Veränderungen bewirken. Die Bedeutung der richtigen und regelmässigen Meditation nach einem systematischen Ansatz, als ein Mittel, um den Fortschritt zu integrieren, der durch alle anderen vorbereitenden Methoden erreicht wurde, kann nicht deutlich genug betont werden. Nur wenn alle diese Spannungen entfernt werden, die den individuellen Geist vom universellen trennen, können wir wirklich das wahre Ziel der Praxis betrachten.

Buchempfehlungen:

  • Yoga – Lebenskunst und Erleuchtungsweg von Swami Rama
  • Raja-Yoga von Swami Vivekananda
  • Whole hearted: Applied Spirituality for Everyday Life von Swami Veda Bharati

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