Gelenk- und Drüsenübungen (Joints and glands)

“Keep it simple”

„Beobachte mal eine Katze oder einen Hund, wenn sie aufwachen, und du wirst erleben, wie dieses Tier erst einmal eine ganze Serie von höchst spezifische Dehnungen ausführt. Es streckt zum Beispiel ein Bein weit zurück und dehnt und streckt seinen ganzen Körper so weit wie möglich in die andere Richtung nach vorne.
Du tust vielleicht etwas Ähnliches, wenn du morgens aufstehst und die Arme hoch über den Kopf streckst und dich dabei auf die Zehenspitzen stellst, nachdem du aus dem Bett geklettert bist – dies scheint eine natürliche Art zu sein, aus dem Schlaf zu kommen.

Aber warum tust du das? Vor allem wohl, weil es angenehm ist. Du denkst vielleicht nicht gross darüber nach, aber anscheinend versetzt es den Körper in einen Zustand zurück, in dem er wieder angenehm und gut funktionieren kann. Es rekoordiniert die Körperfunktionen und du fühlst dich munterer und lebendiger.

[…] Es ist in der Tat nicht einmal notwendig, sich mit den komplexen und schwierigen Positionen abzumühen, welche gewöhnlich in den Yoga-Handbüchern beschrieben werden. Diese werden in Wahrheit erst dann wirklich nützlich, wenn der Körper einmal begonnen hat, sich zu seinem natürlichen Gleichgewicht zurück zu entwickeln.
Bis dahin sind die Gelenk- und Drüsenübungen eine Serie einfacher, angenehmer Dehnungen, die fast jedermann mit grossem Nutzen für sich selber machen kann, ganz gleich, wie „schlecht er in Form“ ist.
Wenn man die Blutzirkulation in den verschiedenen Teilen des Körpers verstärkt und in seine Vorstellung wieder ein natürliches, fliessendes Körperbild aufnimmt, kann man in seinem gesamten Organismus ein harmonisches Gefühl von Energie wiederherstellen. Das bedeutet, dass alle Körperstrukturen, inklusive Gelenke und Drüsen, davon profitieren. Ein wohltuender Effekt dieser Übungen verstärkt den anderen. Die Ergebnisse können sehr erfreulich wie auch erstaunlich sein. Für manche Menschen bedeutet es eine grosse Überraschung, dass sie sich jeden Tag besser fühlen können anstatt schlechter.

Man sollte im Gedächtnis behalten, dass dies Dehnungen sind. Sie sollten genauso angenehm sein und mit Freude genossen werden wie jenes erste spontane Recken und Strecken morgens nach dem Aufstehen. Macht man diese Übungen langsam, sanft und mit Freude, so können sie höchst wirkungsvoll sein.

(Vorwort von Rudolph Ballentine, MD, „Gelenk- und Drüsenübungen“ nach Swami Rama)

Die Gelenk- und Drüsenübungen sind einfache und angenehme Dehnungen, die von fast jedermann mit grossem Nutzen praktiziert werden können. Die Übungen wurden auf der Basis von Prana Vidya entwickelt, dem Wissen um die subtilen Prana-Kanäle, die den physischen Körper bewegen. Die Übungen sind ein natürlicher Weg, die natürliche Vitalität von Körper und Geist wiederherzustellen.

Die Gelenk- und Drüsenübungen können von Menschen jeden Alters praktiziert werden, auch bei begrenzter Körperbeweglichkeit. Sie sind sehr vielseitig und können entweder als solche unterrichtet werden oder als vorbereitende Übungen für andere Themen (Hatha, Meditation, Yoga Nidra etc.)
Am besten werden die Übungen langsam und mit Freude ausgeführt, als Meditation in Bewegung.

Die Übungen werden in systematischer Reihenfolge praktiziert: man beginnt oben am Kopf und arbeitet sich nach unten durch, so dass fast alle Gelenke und Drüsen trainiert und massiert werden. Alle Teile des Körpers werden kräftig durchblutet. Die Muskeln werden weicher und flexibler, die Gelenke und Drüsen in eine natürliche Spannung versetzt und zum richtigen Funktionieren gebracht.

Diese Übungen führen zu körperlicher Vollkommenheit und geistiger Ruhe.
Übe sie täglich und regelmässig, bewege dich langsam und konzentriert. Versuche immer wieder, Gewaltlosigkeit im Umgang mit dir selbst zu üben, und habe Geduld.

Buchempfehungen:

  • Gelenk- und Drüsenübungen von Swami Rama
  • Die Philosophie des Hatha-Yoga von Swami Veda Bharati

Lesen Sie auch:

Hatha

Meditation

Yoga-Nidra

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